Taiwan

Taiwan, das frühere Formosa, ist heute die "Republik China". Gleichzeitig wird es aber von der Volksrepublik China als eine Provinz beansprucht. Trotz seiner geringen Grösse (etwas kleiner als die Schweiz) liefert Taiwans Industrie einen grossen Teil des Weltbedarfs an High-Tech und Computerteilen.

Bevölkerung

  • Gesamtbevölkerung: 23 Millionen (Deutschland: 82 Mio.; Schweiz: 7,6 Mio.)
  • Bevölkerungsdichte: 632 pro km² (in Städten: 2605) (Deutschland: 231, Schweiz: 181)
  • Verstädterung: 75% [1952: 33%]

Auf Taiwan leben:

  • Han-Chinesen 97,3% unterteilt in 3 grössere Sprachgruppen:
  • Taiwanesen 73,3%, deren Vorfahren ab dem 16. Jh. aus China kamen
  • Hakka 10%, im 19. Jh. aus China eingewandert
  • Festland-Chinesen 14%, Flüchtlinge der chinesischen Nationalarmee nach dem 2. Weltkrieg
  • Einheimische Volksgruppen 1,7%, austronesischer Herkunft
  • Andere 1%, darunter viele Gastarbeiter aus Thailand und den Philippinen

Wer sind die Menschen der Arbeiterschicht? Wie leben sie? Was sind ihre Kultur, ihre Werte? Können Menschen dieser Schicht Christen werden und Gemeinde leben? Wenn ja, wie sieht dies aus?
Die ÜMG in Taiwan versucht seit langer Zeit, auf diese Fragen Antworten zu finden. Lassen Sie sich mit hineinnehmen.

Religion

  • Chinesische Religionen, Buddhisten: 93%
  • Nichtreligiöse/Andere: 2,6%
  • Christen:1-4% (Evangelikale: 2,7%)
  • Muslime: 0,4%

Taiwan ist ein säkularer Staat mit Religionsfreiheit. Die Religion der meisten Taiwanesen ist eine Mischung von Animismus, Buddhismus, Taoismus und Konfuzia ­nis­mus. Im Volksglauben gibt es eine Vielzahl von Göttern und Geistern, wobei die Ahnenverehrung im Vordergrund steht. Dabei versorgt man die Geister der Verstorbenen mit Opfergaben um sicherzustellen, dass diese nicht zu hungrigen Geistern werden, die Unglück über die Familie bringen könnten.

Sprache

Mandarin-Chinesisch, die Amts- und Ausbildungssprache, wird von allen gesprochen, die nach 1945 die Schule besucht haben. Taiwanesisch (Hokkien) ist daneben die Herzenssprache eines Grossteils der Bevölkerung, vor allem im Süden. Andere chinesische Dialekte (wie z.B. Hakka) werden zusätzlich benutzt. Die Sprachen der Ureinwohner kommen aus dem malayo-polynesischen Sprachraum.

Geographie

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Die Insel Taiwan liegt ungefähr 145 km von der chinesischen Südostküste entfernt. Sie ist etwa 362 km lang und 140 km breit, besteht zu 2/3 aus Bergen und zu 1/3 aus einer fruchtbaren Ebene, wo der grösste Anteil der Bevölkerung in Städten wohnt.

Klima

Der feucht-warme Sommer dauert von Mai bis Oktober, mit einer Durchschnittstemperatur von 28°C. Der milde Winter dauert von Dezember bis Februar, mit einer durchschnittlichen Temperatur von 18°C. Von Juni bis Oktober wird Taiwan häufig von starken Taifunen heimgesucht.

Geschichte

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Chinesische Geschichtsbücher berichten über einen Feldzug gegen die Insel bereits im Jahre 603 n. Chr. Im 12. Jahrhundert sollen japanische Seeräuber Teile der Insel erobert haben. Ab dem 15. Jahrhundert beanspruchten die Japaner den Ostteil Taiwans als ihr Eigentum. 1590 besuchten die Portugiesen als erste Europäer die Insel, welche sie "Formosa", schöne Insel, nannten. Später versuchten die Spanier, sich dauerhaft niederzulassen, wurden jedoch von den Holländern vertrieben. Als im 17. Jahrhundert in China die Ming-Dynastie durch die Mandschus abgelöst wurde, vertrieben diese die Holländer aus Taiwan und besetzten den grössten Teil der Insel. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte wurde die Insel ein fast unbeachteter Teil des grossen chinesischen Reiches.

1895 wurde Taiwan nach der Niederlage Chinas im 1. Chinesisch-Japanischen Krieg an Japan als Kolonie übergeben. Nach 50-jähriger japanischer Besetzung ging es am Ende des Zweiten Weltkrieges wieder zurück an China. Als 1949 in China der langjährige Bürgerkrieg zwischen Nationalisten und Kommunisten mit der Niederlage der Nationalisten unter General Chiang Kai-shek endete, zog sich die besiegte Regierung mit der gesamten Armee nach Taiwan ins Exil zurück und führte dort die 1911 in China gegründete Republik China weiter.
Damit gab es nun zwei Regierungen, die sich als das "wahre" China bezeichneten. Die Vereinigten Staaten verhinderten Pläne der Kommunisten, Taiwan zu besetzen, und bildeten eine Art Puffer zwischen den zwei Chinas. Während der 50er und 60er Jahre leisteten die USA auch massive wirtschaftliche und militärische Hilfe an Taiwan. Die Insel wurde zu einem Modellbeispiel wirtschaftlichen Aufschwungs mit einer Wachstumsrate, die höher liegt als in den meisten asiatischen Ländern. Als verschiedene Staaten ab Mitte der 60er Jahre die Volksrepublik China verstärkt anerkannten, verringerte sich die weltweite diplomatische Unterstützung für die Chinesische Republik Taiwan. 1971 schliesslich verlor Taiwan die Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen, als die UN die Volksrepublik China als alleinig legitime Regierung Chinas anerkannte.
Das Kriegsrecht, seit 1949 wirksam, wurde im Jahre 1989 aufgehoben. In diesem Jahr wurden auch bei den allgemeinen Wahlen Oppositionsparteien zugelassen. Im Mai 2000 kam erstmals die Oppositionspartei DPP unter Chen Shui-bian an die Regierungsmacht.
Die politischen Spannungen sind weiterhin sehr gross. China sieht Taiwan immer noch als abtrünnige Provinz an, während es in Taiwan nicht wenige Menschen gibt, die Taiwan gern als unabhängigen Staat sehen würden.

Das Christentum auf Taiwan

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Im 17. Jahrhundert kamen die ersten christlichen Missionare mit den Holländern nach Taiwan. Kontinuierliche Missionsarbeit begann jedoch erst im späten 19. Jh. durch presbyterianische Missionaren aus England.

Nach der Machtübernahme durch die Kommunisten auf dem Festland 1949 folgten viele China-Missionare den Flüchtlingen nach Taiwan, darunter auch CIM/ÜMG Missionare.
Anfangs kam es zu einem schnellen Wachstum der Kirche, das sich dann aber mit der rapiden Entwicklung von Industrie und Wirtschaft stark verlangsamte.
Der Materialismus bremste den geistlichen Hunger der Leute sowie die Vision der Gemeindeleiter. Seitdem ist die Zahl der Christen gleichbleibend bei 2-3%. Taiwan ist die einzige chinesische Gesellschaft, in der kein deutliches Wachstum der chinesischen Kirche stattfindet. Heute sind Taiwans Gemeinden grösstenteils von der gebildeten Mittel- und Oberschicht geprägt, zu denen die Menschen der Arbeiterschicht kaum Zugang finden. Obwohl zur Arbeiterschicht etwa 70% der Bevölkerun g zählt, gibt es unter ihnen nur 0,5% Christen.
Die ÜMG hat von Anfang an ihre Aufgabe darin gesehen, die bestehende Kirche durch Evangelisation und Schulung von Laien und Leitern zu stärken. Heute ist der Fokus der ÜMG ganz auf die Arbeiterschicht ausgerichtet mit dem Ziel Gemeinden zu bauen, die in ihrer Form den Bedürfnissen der Arbeiterschicht angepasst sind.

Prioritäten der ÜMG

  • Evangelisation und Gemeindegründung unter der Arbeiterschicht
  • Schüler- und Studentenarbeit
  • Randgruppenarbeit (straffällige Jugendliche, AIDS-Kranke, Obdachlose, Prostituierte)

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