Kambodscha

Um die Folgen der Zeit der mörderischen Roten Khmer zu überwinden, bringen Christen das Evangelium, gepaart mit Entwicklungshilfe. Mittlerweile ist Kambodscha ein offenes Land mit einer wachsenden christlichen Gemeinde. Was brauchen die Menschen heute?

Bevölkerung

  • Gesamtbevölkerung: 14.500.000 Fast 80% der Bevölkerung lebt in ländlichen Gebieten.
  • Bevölkerungsdichte: 75 pro km2
  • 85% sind Khmer, 5% Vietnamesen, 3% Cham-Muslime
  • 32% sind unter 15 Jahren; das Durchschnittsalter beträgt 22 Jahre

Religion

Der Buddhismus ist seit dem 15. Jahrhundert die Staatsreligion. Die Roten Khmer versuchten, alle Religionen auszurotten; dabei wurden 90% der Christen und die meisten buddhistischen Mönche getötet.

Erst seit 1990 ist es Christen erlaubt, öffentlich Gottesdienste zu feiern. Es besteht Religionsfreiheit.

Sprache

Die Nationalsprache Khmer oder Kambodschanisch ist verwandt mit alten indischen Sprachen. Französisch war früher die wichtigste Zweitsprache, heute gibt es große Nachfrage nach Englisch und Chinesisch. 27% der Bevölkerung können weder lesen noch schreiben.

Geographie

cambodia

Kambodscha liegt am Mekong-Fluß im Südwesten Indochinas. Mit einer Fläche von 181.040 km2 ist es halb so gross wie Deutschland (357.000) und viermal grösser als die Schweiz (41.290).

Die Zentralebene ist teilweise von Gebirgen umgeben und äusserst fruchtbar. Der Tonle Sap See ist mit dem Mekong, dem längsten Fluss Asiens, verbunden. Während der Regenzeit schwillt er um das bis zu achtfache an und wird zum grössten See Südostasiens.
Der Regenwald, der einst 75% des Landes bedeckte, wurde durch massiven Holzhandel stark reduziert.

Klima

Kambodscha hat tropisches Monsun-Klima. Die durchschnittlichen Temperaturen schwanken zwischen 22- 28°C. Die Regenzeit erstreckt sich von Mai bis November.

Geschichte

Vom 7.-15. Jahrhundert bauten die Angkor Priester-Könige das Land auf. Sie errichteten großartige Tempel und beherrschten einen Großteil Südost-Asiens. Die Tempel von Angkor erinnern heute noch an dieses goldene Zeitalter und sind der Stolz der Kambodschaner.
Es folgten 500 Jahre voller Konflikte und Kriege mit thailändischen, vietnamesischen, französischen, japanischen und amerikanischen Invasionen und Besatzungen.

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Im April 1975 begann die extrem marxistische Herrschaft der Roten Khmer. Sie versuchten, Kambodscha von allem ausländischen Einfluß abzuschneiden und eine neue, bäuerliche Gesellschaft aufzubauen. Durch blutige Überfälle ins benachbarte Thailand und Vietnam sollten Ruhm und Größe wie zur Zeit der Angkor-Könige wiederhergestellt werden. Die Bevölkerung wurde in dieser Zeit durch Hunger und Mord um 2-3 Millionen Menschen reduziert.
1979 bezwang die vietnamesische Armee die Roten Khmer. Gleichwohl wütete bis 1991 ein Bürgerkrieg zwischen vier rivalisierenden Armeen.

Kambodscha heute

Die ersten demokratischen Wahlen wurden im Mai 1993 von der UNO durchgeführt.
Heute ist Kambodscha eine konstitutionelle Monarchie mit einer Nationalversammlung und dem Senat als zweiter Kammer. König Norodom Sihamoni ist seit 2004 das Staatsoberhaupt, aber seine Funktion ist nur symbolisch. Aus den Kommunalwahlen 2007 ging die Cambodian People’s Party (CPP) von Premierminister Hun Sen erneut als stärkste Partei hervor.
Ein gemeinsam von den Vereinten Nationen und Kambodscha errichteter Gerichtshof hat im Sommer 2006 seine Arbeit aufgenommen. Sein Ziel ist die Verfolgung der von den Roten Khmer begangenen Verbrechen.

Das Christentum in Kambodscha

Erst spät erreichte das Evangelium Kambodscha. Der erste protestantische Missionar kam 1923, übersetzte das Neue Testament 1933 und gab die ganze Bibel 1953 heraus. Ihre Botschaft war nicht willkommen, und nur sehr wenige glaubten oder gehorchten ihr.
1965 zwang die Regierung durch eine anti-amerikanische Kampagne die Missionare, das Land zu verlassen. Nach 40 Jahren Missionsarbeit ließen sie die kambodschanische evangelikale Gemeinde mit weniger als 1.000 Mitgliedern zurück.
1970 gab es Freiheit und Wachstum der Gemeinde. Die Missionare kehrten zurück, gleichzeitig begannen die Roten Khmer ihre Offensive. Viele Menschen wandten sich Gott zu. Es gab große Evangelisationen und die Christen arbeiteten mit grosser Dringlichkeit. Von 1970 bis 75 hatte sich die Zahl der Gemeinden in Phnom Penh von 3 auf 30 vermehrt.

Youth meeting

Als Antwort auf dringende Anfragen kambodschanischer Christen sandte die ÜMG 1974 fünf Mitarbeiter nach Phnom Penh. Doch nur ein Jahr später wurden alle Missionare zum Rückzug gezwungen. Sie ließen eine 10.000 Mitglieder zählende Gemeinde Jesu zurück.
1975 übernahmen die Roten Khmer die Herrschaft über das ganze Land. Die Verfolgung war brutal. 90% der Christen und alle christlichen Leiter wurden zu Märtyrern oder flohen aus dem Land.
Trotz der Versuche der Roten Khmer, die Gemeinde zu vernichten und anderer Widerstände ist der kleine, verbleibende Rest von wenigen hundert Christen auf heute ca. 250.000 angewachsen. Es gibt etwa 2.500 Gemeinden.
Seit 1991 haben die ÜMG und andere Missionen wieder Mitarbeiter im Land. 1994 erteilte die Regierung der ÜMG die Erlaubnis, in Kambodscha zu arbeiten. Es wurde vereinbart, dass die Hälfte der Mitarbeiter Entwicklungshilfe leistet, während die andere Hälfte im Gemeindebau tätig sein kann.
In den letzten zehn Jahren ist das ÜMG-Team stark gewachsen, doch die Möglichkeiten wachsen noch schneller.
Viele Menschen sind offen für das Evangelium und die Gemeinden wachsen. Die Kirche braucht Unterstützung und viel Gebet. Die meisten Leiter sind jung und haben keine ausreichende Bibelkenntnis. Es gibt viele Spaltungen in den Kirchen und Gemeinden. Die Gemeinde Jesu braucht Einheit. Christliche, kambodschanische Literatur ist Mangelware.

Ziele der ÜMG

Die ÜMG in Kambodscha hat 3 strategische Ziele:

  • Die Gründung einheimischer, biblischer, sich selbst multiplizierender Gemeinden
  • Die Stärkung der Gemeinde Jesu, besonders in den Bereichen der theologischen Ausbildung, Leiterschulung, Studentenarbeit und christlichen Literatur– und Radioarbeit
  • Die Herbeiführung von materieller, emotionaler, geistlicher, ökologischer und sozialer Veränderung in der Gesellschaft durch die Veränderung von einzelnen Menschen

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