Brunei

Brunei Darussalam bedeutet "Burnei, Wohnort des Friedes". Es ist ein winziger Staat mit 5270 km2, eingekeilt zwischen den ostmalaischen Staaten Sabah und Sarawak an der Nordwestküste der Insel Borneo.

Bevölkerung

  • Einwohner: 381.371 (Deutschland: 82 Mio.; Schweiz: 7,6 Mio.)
  • Bevölkerungsdichte: 72 pro km2 (Deutschland: 231, Schweiz 181)
  • Ethnische Hintergründe: Malaien: 67%; Chinesen: 15%; Ureinwohner: 6%; Andere: 12%

Beinahe 70% der Bewohner Bruneis sind Malaien und Teil einer grösseren Bevölkerungsgruppe von 25 Millionen Malaien in Südostasien, die auf dem Festland Malaysias, in Südthailand, Sumatra (Indonesien), Borneo und Singapur zu finden sind.

Religion

  • Muslime: 67%
  • Christen: 11,25%
  • Buddhisten: 9,09%
  • Traditionelle Religionen: 5%
  • Chinesische Religionen: 5,3%
  • Andere: 1,22%
  • Hindus: 0,84%
  • Baha'i: 0,30%

Sprache

Offizielle Landessprache ist Malai, jedoch wird Englisch von vielen als Handelssprache gebraucht. Weiterhin gib es Dialekte der chinesischen und indischen Bevölkerung sowie der verschiedenen einheimischen Urvölker.

Klima

In Brunei herrscht das ganze Jahr über ein feuchtes, tropisches Klima mit Temperaturen zwischen 27-35°C. Die Monsunzeit liegt zwischen November und März. Brunei wird nicht von Erdbeben oder Taifunen heimgesucht, es gibt kaum Smog.

Geschichte

Die erste geschichtliche Erwähnung Bruneis beginnt mit dem Sultanat Bruneis im 14. Jahrhundert. Geschichtliche Hinweise in chinesischen und hinduistischen Chroniken berichten jedoch von einem früheren Königreich an der Mündung des Brunei Flusses. Der erste Sultan, Alak Betatar, trat zum Islam über und änderte seinen Namen und Titel zu Sultan Mohammed Shah. Er regierte von 1363-1402. Während der folgenden 200 Jahre gewann Brunei an Macht und herrschte über ganz Borneo und Teile der südlichen Philippinen. Die Regierung von Sultan Bolkiah (1485-1524) wird als das goldene Zeitalter Bruneis bezeichnet.
Diese Vormachtstellung ging während des 17. und 18. Jahrhunderts durch die wachsenden europäischen Kolonialmächte zurück. Im Jahre 1839 half der englische Abenteurer und frühere Soldat James Brooke dem Sultan Brunei, eine Rebellion niederzuschlagen. Als Belohnung wurde er zum Rajah und Kommandanten Bruneis ernannt (der später als der „weisse Rajah“ bekannt wurde). Während dieser Zeit musste Brunei Gebietsverluste hinnehmen. Im Jahre 1888 wurde Brunei britisches Protektorat und 1946 musste Sarawak an die britische Regierung als Kronkolonie abgegeben werden. 1959 bekam Brunei eine Verfassung und wurde 1984 zum unabhängigen Staat Brunei Darussalam.
Im Jahre 1924 wurde an der Nordwestküste in Seria Öl entdeckt. Dies verhalf dem Königreich zum wirtschaftlichen Aufstieg. Der 28. Sultan, Sultan Omar Ali Saifuddien, brachte Brunei während seiner Regierung von 1950-1967 Reichtum und Fortschritt. Sein Sohn Hassanal Bolkiah ist zur Zeit der Sultan Bruneis.
Der Sultan ist ein absolut herrschender Monarch, der an der Spitze der Regierung steht und gleichzeitig Premierminister, Innenminister, Leiter des Militärs und Vorsteher des Islams ist. Der Sultan wird von der gesamten Bevölkerung sehr respektiert. Es gibt keine Regierungswahlen, und Kritik an der Regierung ist nicht erlaubt. In letzter Zeit gab es jedoch kleine demokratische Veränderungen; eine demokratische Struktur wurde 1962 abgeschafft und von einem Ausnahmezustand abgelöst, der bis heute besteht. Das Rechtssystem baut auf dem englischen Gesetz auf. Für Muslime hat jedoch in manchen Bereichen die Sharia höhere Bedeutung als das Zivilrecht.
Die Bevölkerung Bruneis gehört zu den reichsten in Asien mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 25.160 US Dollar (etwa 18.108 Euro). Dieser Reichtum stammt wesentlich aus den Einnahmen der Öl- und Gasfelder. Die Einwohner Bruneis zahlen keine Schul-/ Studiengebühren oder Krankenkassenbeiträge. Auch müssen keine Einkommenssteuern abgeführt werden. Staatliche Förderungen für den Hausbau stehen zur Verfügung. Es gibt keine Armut. Eine grosse Anzahl von Malaien arbeitet für die Regierung und in der Ölindustrie. Malaien werden auch bei Bewerbungen für Regierungsposten bevorzugt behandelt. Jedoch üben weiterhin auch viele die traditionellen Berufe des Fischers oder Bootsführers aus.
Die Familie und Dorfgemeinschaft sind wichtige Werte für die Malaien Bruneis. Viele leben bewusst einen Lebensstil in der Tradition ihres Volkes. Die Malaien Bruneis sind für ihre grosszügige und warmherzige Gastfreundschaft bekannt.
Es ist offensichtlich, dass Malaien dem Islam sehr hingegeben sind. Jedoch leben sie, wie auch die anderen Malaien Südostasiens, friedlich neben Menschen anderer Religionen. Das alles durchdringende Programm der „Malai-Muslimischen Monarchie“ hat zum Ziel, den Islam, die malaiische Sprache und Kultur mit der Monarchie zu vereinen.

Das Christentum in Brunei

Die „Borneo Church Mission“ wurde 1846 in England mit dem Ziel gegründet, anglikanische Missionare nach Borneo zu senden. Die ersten Missionare kamen auf Einladung von James Brooke. Brunei wurde mit der Diözese von Labuan vereinigt (eine nahe gelegene Insel der britischen Kronkolonie). Bis heute gehört Brunei zu einer anglikanischen Gemeinschaftsdiözese.
Die katholische Kirche gibt es seit über 100 Jahren. Jedoch wurden alle katholischen Priester und Nonnen im Jahre 1991 ausgewiesen. Die drei australischen Missionare Hudson Southwell, Frank Davidson und Carey Tolley gründeten im Jahre 1928 die „Borneo Evangelical Mission“ in Sarawak. Diese Arbeit führte zur Gründung von „Sidang Injil Borneo“, der SIB Gemeinde. SIB Gemeinden gibt es heute auch in Sabah und auf dem Festland Malaysias. Sie ist jedoch in Brunei nicht zugelassen. Eine grosse Anzahl Christen in Brunei besuchen eine der anglikanischen Gemeinden, die die einzige öffentlich registrierte christliche Kirche des Landes ist. Andere gehören zu den wachsenden unabhängigen Gemeinden, wozu auch einige philippinische Gemeinden gehören. Evangelische Christen machen ca. 4,6% der Bevölkerung Bruneis aus.
Die chinesische Bevölkerung folgt meist chinesischen Religionen, jedoch sind 15% von ihnen Christen. Viele der Urstammbewohner sind zum Islam übergetreten. Andere, meist in Dschungeldörfern, sind Christen.
Die Malaien gehören zu den sunnitischen Muslimen. Brunei ist ein islamischer Staat und es ist vorgeschrieben, dass alle Malaien Muslime sein müssen. Das Ministerium für religiöse Angelegenheiten kontrolliert strikt, dass der Islam praktiziert wird. Dies wird mit allen Mitteln gefördert. Andere Religionen werden überwacht.
Christliches Zeugnis und christliche Arbeit ist nicht erlaubt. Christen können zum Islam übertreten, aber Muslimen ist es verboten, zu anderen Religionen überzutreten.
Obwohl Religionsfreiheit im Grundgesetz verankert ist, werden christliche Aktivitäten genau beobachtet. Es gibt nur eine Handvoll Christen mit Malai-Hintergrund, die jedoch massiv verfolgt werden. Muslime zu evangelisieren ist gesetzlich verboten. Immer wieder kommt es vor, dass die Religionspolizei christliche Versammlungen stört und Häuser durchsucht, um illegale religiöse Aktivitäten zu unterbinden. Jede andere Religion als der Islam wird unterdrückt.
Das Erziehungsministerium ist aktiver Vorreiter bei der Umsetzung des Zieles, das Land vollständig zu islamisieren. Islamunterricht ist für Schüler aller Klassen Pflicht. Die Schulen christlicher Gemeinden versuchen, diesem Einfluss zu widerstehen.

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