Landwirtschaftliche Ausbildung , Philippinen
Seit es Motorsägen gibt, hat sich die Landschaft in Mindoro stark verändert. Der Urwald wurde, primär durch Brandrodung, stark zurückgedrängt und hat Feldern Platz gemacht. Aber durch den Regen werden viele dieser Felder und kostbarer Humus weggeschwemmt. Die ÜMG möchte die Bevölkerung für das Problem sensibilisieren und ihnen Wege aufzeigen, verbesserte Anbaumethoden zu nutzen.
Entwicklung der Landwirtschaftsschule
Die ÜMG Missionare begannen schon früh neben Evangelisation, Alphabetisierung und Gesundheitsprogrammen auch verbesserte Anbaumethoden zu unterrichten. Sie mussten aber feststellen, dass Veränderungen im landwirtschaftlichen Bereich sehr langsam vor sich gehen.
Vor 14 Jahren begann Gemma de Guito ihren Dienst als landwirtschaftliche Beraterin des Mangyanen Gemeindeverbandes. Sie gewann das Vertrauen der Landwirte. Auf der ganzen Insel, die ein Viertel so gross ist wie die Schweiz, wurde sie um Rat gefragt. Positive Veränderungen konnten beobachtet werden. Leider begann Gemmas Gesundheit unter den Strapazen zu leiden.
Die vor einigen Jahren stillgelegte Radiostation und die Felder der Mangyanen Bibelschule schienen das rechte Umfeld für den Aufbau einer landwirtschaftlichen Schule zu sein. So konnten wir im Mai 2005 mit einem sehr kleinen Startkapital mit der Ausbildung der ersten fünf Männern beginnen. Das Ehepaar Diokno und Belen Onday waren bereit, ihre eigenen Felder und das neu gebaute Haus im Buhidstamm zurückzulassen und mit ihren jüngeren Kindern 100 km nach Norden zu ziehen, um die Leitung der Schule zu übernehmen. Da Diokno bis im April 2004 dem Verband als Präsident gedient hatte, ist er überall gut bekannt und geachtet.
Inhalte des Kurses
Der landwirtschaftliche Kurs dauert acht Monate von Anfang Mai bis Anfang Februar mit einem Monat Ferien dazwischen. Im Februar 2006 schlossen die ersten vier Schüler ihre Ausbildung ab. Im August 2006 befanden sich neun Schüler in der Ausbildung. Reis-, Gemüse- und Kaffeeanbau sind die wichtigsten Zweige der Ausbildung. Ebenfalls dazu gehört der erosionshemmende Terrassenanbau mit dem Pflanzen von Leguminosen, die gleichzeitig den Boden verbessern. So kann auf einem relativ kleinen Stück Land genug Einkommen erwirtschaftet werden, um eine Familie zu erhalten. Durch die enge Anbindung der landwirtschaftlichen Ausbildung an die Bibelschule ergeben sich gute Synergien. Die etwa zehn Hektar Kulturland der Bibelschule werden besser bewirtschaftet und der Eigenversorgungsgrad kann erhöht werden. Die Bibelschullehrer helfen im Nebenamt beim Unterricht der allgemeinen und biblischen Fächer bei den Landwirtschaftsschülern.
