Kurzbericht von Feldleiter in Japan

07/06/2011 10:00 am  <>

Kurzbericht von Wolfgang und Dorothea Langhans
Feldleiter in Japan

Im Mai waren Dorothea und ich viele Tage unterwegs. Wir hatten Sitzungen in Hokkaido, und ich war für eine Woche in Sendai und Iwate, den beiden Gebieten der Krisenregion, in denen wir als ÜMG aktiv sind. Hier kann man mehr über unsere Aktionen dort lesen: http://www.langhans.net/Iwate%20Hilfsprojekt.htm

Ausserdem habe ich mir eine Sehnenscheidenentzündung im linken Handgelenk zugezogen, wahrscheinlich vom vielen Tippen in den letzten Monaten. Dadurch wurde ich eingeschränkt im Schreiben. Wir hören, dass das Thema Japan nun von den Schlagzeilen in Deutschland verschwunden ist. Wie sieht es hier in Japan aus? Im Großen und Ganzen ist das Leben außerhalb der Krisengebiete wieder zum Normalen zurückgekehrt. Die Themen in den Nachrichten beschäftigen sich nicht mehr nur noch um Erdbebenschäden und Probleme mit dem Kraftwerk. Eine Veränderung ist jedoch deutlich zu sehen. Es wird überall an Strom gespart. So manche Rolltreppe fährt nicht mehr. Klimaanlagen in Büros werden auf 28 oder 29 Grad gestellt. Leuchtreklamen sind weniger oder abends ganz aus, man nimmt es ernst, dass man 15% an Strom sparen muss, damit Stromausfälle vermieden werden können.

In den Krisengebieten gibt es noch viel Arbeit. Von den ca. 300.000 Japanern, die in Notunterkünften untergebracht waren, sind inzwischen viele in Behelfswohnungen gezogen. Diese Wohnungen werden für zwei Jahre zur Verfügung gestellt und sind sehr klein. Viele der Leute, die nun in diesen Wohnungen leben, haben ihr gesamtes Hab und Gut verloren, oft auch ihre Angehörigen. Für viele ist es ausserdem schlimm, dass sie keine Arbeit mehr haben. Firmen mussten geschlossen werden und viele Leute in den Küstenorten hatten ihren Unterhalt durch Fischerei verdient. Schiffe und Häfen sind zerstört, und es wird sicher noch eine Weile dauern, bis alles wieder repariert ist.

Morgen früh am 6. Juni fahren wir mit einem Lastwagen nach Miyako, um dort eine Wohnung für unsere Mitarbeiter einzurichten, die ab nächster Woche ihre Arbeit dort beginnen. Es sind ca. 10 Stunden von Tokio bis dorthin. Ausserdem ist in dem Lastwagen 1,5 Tonnen Reis, fast 1000 Stücke an Sommerkleidung, Arbeitskleidung usw. Wir sind dankbar für die vielen Spenden aus verschiedenen Ländern und dass wir dadurch etwas mithelfen können, die Not zu lindern.

Hier sind wir beim Einladen der 5 kg Säcke Reis in den Lastwagen.

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