Wir waren zur rechten Zeit am rechten Ort

01/04/2011 11:30 am  <>

Aus dem Tagebuch von Samuel Figilister – zum 1. Hilfseinsatz vom 22.- 28. März 2011

Samstag, 26. März: Wir kehren zur Kirche in Ofunato zurück. Obwohl es schneit und leicht regnet, beschliessen wir, die Suppenküche aufzubauen. Als eine Frau (von den 4 Gemeindemitgliedern) von unseren Plänen erfährt, legt sie sofort los und lädt sämtliche Nachbarn zum Essen ein. Einige folgen der Einladung und es kommt zu guten Begegnungen. Sie tauschen sich aus und geben einander Ratschläge, was als nächstes getan werden sollte und wie man wieder zu Wasser kommt und was man mit dem weggespülten Fahrzeug machen soll und vieles mehr.

Zusammen mit zwei anderen Teammitgliedern fahren wir am Nachmittag zu einer Bekannten des Gemeindemitglieds. Ihr Haus wurde ebenfalls total überspült und wir werden mit vom Schlamm total überspülten Räumen konfrontiert. Während mehreren Stunden räumen wir unzählige Bücher, Möbel und Haushaltsgegenstände auf die Strasse raus. Dabei kommen immer wieder Sachen zum Vorschein, die sie behalten möchten: Fotos, Urkunden und interessanterweise auch eine Bibel, die sie erhalten hat. Sie sei zwar nicht gläubig, könne die aber doch nicht einfach wegwerfen, meint sie. Als ich den Kühlschrank öffne, kommt mir ein Schwall fauliger Luft entgegen. Ich bin nicht unglücklich, als wir nachher unsere Arbeit unterbrechen müssen und wieder zur Kirche zurückkehren - ganz im Gegensatz zu den Menschen, die in ihrem Heim zurückbleiben müssen...! Wir gehen später noch einmal vorbei, um mit vereinten Kräften ein Klavier auf den Müll rauszutragen - das dritte in dieser Woche, vollgesaugt mit Wasser.

Auf dem Heimweg zu unserer Unterkunft fahren wir noch durch die am stärksten verwüsteten Teile Ofunatos. Erschreckend!

Link zum Weiterlesen:

http://www.figilister.asia/de/ueber-uns/menumission/5-missionnews/102-erdbeben-bericht-vom-hilfseinsatz

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