Sendai Relief Ministry

22/12/2011 12:00 pm  <>

(by Rod Thomas; übersetzt von Liselotte Mächler)

Viele UEMG-Mitarbeiter und japanische Christen werden mit mir einig gehen, wenn ich behaupte, dass der Tsunami im letzten März uns eine ganz neue Lebenssicht gegeben hat. Diese mündete in eine neue Energiespritze zum Missionieren, aber auch eine Ehrfurcht, in Japan Mitarbeiter des allmächtigen Gottes sein zu dürfen. Ich glaube, dass Gott den Tsunami geschickt hat, um die Japaner wachzurütteln. Auf diese Erfahrung warten wir noch, wenigstens in Sendai. Es gab leider nicht mehr Hinwendungen zu Gott, wie wir gebetet hatten. Vielmehr hat Gott hat etwas ganz anderes getan: Er hat die Kirche reifer gemacht und heller werden lassen. Obwohl der Tsunami eine furchtbare Katastrophe war, kann daraus ein grosser Segen entstehen:

1. Christen leisteten hervorragende Nothilfe. Die japanischen Gemeinden haben ihre Mitglieder mobilisiert und zusammen mit christlichen Hilfsorganisationen und Missionaren mehr getan, als man für möglich gehalten hätte. Auf diese Weise zeigten sie ein wunderbares Beispiel von der Liebe Jesu.

2. Christen spürten, dass Gott in dieser Naturkatastrophe gehandelt hat und dass ihre Zeit Zeugnis zu geben gekommen ist. Wir haben erlebt, dass die Miglieder der Sendai Evangelische Christliche Kirche (Sendai Evangelical Christian Church - SECC) stärker von der Wahrheit des Evangeliums überzeugt und vermehrt bereit sind, grossen Einsatz zu zeigen. Sie fühlen sich verantwortlicher für das Heil ihrer Nachbarn und ihrer Familien. Sie sind weniger materialistisch gesinnt, beten mehr und sind viel mutiger beim Evangelisieren. Diese geistliche Erfrischung hat sich in vielen evangelikalen Gemeinden in ganz Japan manifestiert.

3. Viele Gemeinden haben in ihrem Dienst begonnen, sich nicht von der üblichen steifen und förmlichen Umgangsform beeinflussen zu lassen, sondern von Enthusiasmus und Grosszügigkeit. Ich selber bin ermutigt worden durch die Initiative und sichtbaren Liebe von 20-40 jährigen Menschen anderer Gemeinden, die an evangelistischen Veranstaltungen mithalfen und wie SECC Leute dasselbe taten. Ich bin überzeugt, dass diese Vernetzung und Zusammenarbeit auch an andern Orten wie Miyagi, Iwate und Fukushima besteht. Junge Menschen, die ziellos abdrifteten, haben einen neuen Fokus durch ihren Dienst gefunden. Eine erfrischte und lebendige Gemeinde ist ein guter Anfang. Wir wollen besonders um Mut beten, das Evangelium zu verkünden. Als Paulus erzählte, was er in Galatien getan hatte und wie lebendig er dort Jesus Christus den Gekreuzigten dargestellt hatte, wollte er klar und überzeugend erklären, was der Tod Christi für uns bedeutet (Gal.3,1). Lasst uns darum beten, dass wir nicht nur materiell helfen, Literatur verteilen oder Freundschaften schliessen, sondern diese Gelegenheiten auch nutzen, den Menschen Jesus lieb zu machen. Dafür sind wir gesandt und das ist nachhaltige Hilfe.

Allerdings dürfen wir nicht vergessen, dass viele Japaner auch im traditionellen Buddhismus und Schintoismus Zuflucht suchen. Wir haben auch buddhistische Hausaltäre aus Karton in Notbehausungen gesehen. Auch die Zeugen Jehovas und andere Sekten sind äusserst aktiv. Wir beten, dass Satan die begonnene Arbeit nicht durch Streit und Egoismus hindert und dass wir nicht träge werden.

Hier sind einige Momentaufnahmen der Notstandsarbeiten der SECC

1. Verteilen von Bibel, Vitamin Getränke, etc.
Unser Ziel ist es, jedem Bewohner in temporären Baracken ein Paket mit einem Neuen Testament, einem Traktat, einer Einladung in die Gemeinde und einem Vitamingetränk zu überreichen. Bis jetzt haben wir 1700 dieser Baracken in Natori City und Sendai besuchen können. Unser vollzeitiger Evangelist Tadamitsu, der Nothilfe leistet, hat während Monaten fast alles alleine gemacht. Inzwischen haben wir vier Teams, die ihn begleiten.

2. Verteilung von Hilfspaketen
Die japanische Hilfsorganisation (Food for the Hungry) hat ein grosses Warenhaus. Evangelist Tadamitsu hat bei der Verteilung von Hilfsgütern geholfen, sei es Reis, Heizplatten oder Ventilatoren. Wir haben auch von CRASH Hilfsmittel verwendet oder kauften auch selber Dinge, wenn wir die Notwendigkeit sahen.

3. Mobile Cafés
Tadamitsu hat viele dieser Cafés eingerichtet in verschiedenen temporären Baracken, die meisten in Arai Machi, südlich des Hafens. Normalerweise bekommt er Hilfe von SECC Mitgliedern und Freunden von andern Gemeinden. Jene servieren Getränke, Pizzas und andere kleinen Imbisse. Sie verteilen Bibeln und Traktate, hören zu und plaudern.

4. Mini-Konzerte
Zweimal im Monat bringt ein Ehepaar einer Gemeinde aus Tokio eine Musikgruppe für ein Konzert. Sie spielen entweder draussen in einem Zelt oder im Gemeinschaftszentrum. Da wir ein grösseres Team von Helfern haben, können wir vielseitigere Kost anbieten wie zum Beispiel Curry Reis. SECC und Tadamitsu kümmern sich um den Nachschub und die Organisation in Sendai, damit alles rund läuft.

5. Das Relief Center
Schon acht Mal sind wir von Grundstückmaklern abgewiesen worden, wenn wir uns für die Miete eines Ladens oder eines Büros beworben haben. Das letzte Mal ausdrücklich, weil wir eine Kirche sind. Wir bleiben in Kontakt mit den Maklern, aber wir suchen auch nach anderen Möglichkeiten. Wir machen es privat durch Samaritans Purse, eine Hilfsorganisation, die freiwillige Schreiner engagiert, um zerstörte Häuser instand zu stellen. Momentan wohnt Tadamitsu bei seinen Eltern. Das bedeutet aber auch, dass er ungefähr doppelt so viel Geld für Benzin ausgeben muss. Ausserdem vergeudet er viel Zeit mit Fahren. Betet für ein geeignetes Hilfszentrum und eine Unterkunft für Tadamitsu.

6. Teams
Wir haben eine zunehmende Anzahl von Teams, die helfen wollen. Betet bitte um Führung, wie wir sie bestmöglich einsetzen können

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