FURCHT - eine ansteckende Krankheit?

08/04/2011 11:00 am  <>

Dorothea Langhans schreibt:
Furcht lag über Tokio vor ein, zwei Wochen, Furcht vor den unsichtbaren gefährlichen Strahlen und deren Auswirkungen! In unserm Wohngebiet waren fast keine Leute auf den Strassen, keine Kinder auf den Spielplätzen, keine Wäsche draussen zum Trocknen, die Geschäfte leer gekauft um „ Notrationen“ zu haben…

Die dunkle Wolke hat sich etwas gelüftet. Das neue Schuljahr hat begonnen, viele Mütter mit ihren Kindern, die aus Angst während der Frühlingsferien in den Süden zu Verwandten „geflohen“ waren, sind zurückgekehrt. Es ist frühlingshaft warm geworden, die Kirschblüte hat begonnen, Kinder spielen wieder draussen, die Situation in den Geschäften normalisiert sich mehr und mehr, auch Wolfgang und ich empfinden nicht mehr so stark den Druck und Stress, der zuvor auf uns lag .....

Die Situation bei den Atomreaktoren ist unverändert kritisch und trotz allen Anstrengungen nicht unter Kontrolle zu bringen, also eigentlich kein Grund zur Entwarnung. Ob man sich daran gewöhnt, mit dieser Gefährdung zu leben? Vielleicht schon ein wenig. Doch mehr und mehr hören und merken wir, wie weiterhin die Herzen der Japaner von Furcht erfüllt sind vor der unsichtbaren Gefahr… In Flaschen abgefülltes Wasser ist weiterhin total ausverkauft oder begrenzt auf eine Flasche pro Person (Ich habe auch im Lauf der Tage ca. 8 Flaschen „gehortet“ für den Fall des Falles). Die Furcht vor verstrahltem Gemüse und Fisch beeinflusst das Kaufverhalten... Die Erfahrung der vergangenen Wochen hat mir viel zu denken gegeben. Es kommt mir vor, dass Furcht wie eine schlimme ansteckende Krankheit ist…

Zurzeit lese ich im Buch Nehemia… (Nehemia 4,8.9) In einer gefährlichen Situation ist Furcht ein normales Gefühl. Trotzdem dürfen wir uns nicht von der Furcht ergreifen und lähmen oder in die Flucht treiben lassen. Fürchtet euch nicht! Gedenkt an den Herrn! Fürchtet Ihn, der gross und furchtbar ist! Das sagt uns Gottes Wort. So ist Befreiung von Furcht möglich und Vertrauen in unsern allmächtigen Gott, der die Situation und auch uns in seiner Hand hält! Das trifft nicht nur auf unsere jetzige Situation mit dem Atomreaktor zu, sondern auch in vielen andern Situationen in unserm Leben, wo Furcht, Ängste und Sorgen sich breit machen wollen. Ja, ich darf erleben wie Gott mir immer wieder meine aufkommende Furcht nimmt und sie ersetzt mit Vertrauen und Frieden. Und dann kann ich getrost am Wiederaufbau weiterarbeiten. Das wünsche ich auch euch!

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