Jubiläum der Mangyanen Urstamm Gemeinden Mindoro, Philippinen

07/06/2011 10:09 am  <>

Theo Herren

Ich sitze auf einer Bambusplanke, die als Kirchenbank dient, zusammen mit 1800 Urstamm Christen, die sich zum 40 jährigen Jubiläum vom Verband der Mangyanen Urstamm Gemeinden, das vom 2. – 6. Mai 2011 auf Mindoro gefeiert wurde, eingefunden haben. Vorne, nahe beim Rednerpult, sitzen Isaias Barugway und Andoy Layda, der Präsident und der Leiter vom Gemeindeverband. Gerade lauschen wir dem Bericht einer der vier Missionarsfamilien, die, ausgesandt vom Gemeindeverband, auf der Insel Palawan unter einem Urstamm lebt und dort den Menschen in Wort und Tat die Frohe Botschaft verkündet. Zwei weitere Familien sind unter anderen entlegenen Volksgruppen auf der Hauptinsel Luzon tätig.

Meine Gedanken gehen dabei um 40 Jahre zurück, als ich 1971 fast am gleichen Ort sass, zusammen mit sechs schüchternen Leitern die, gewählt von ihren jeweiligen Stammesgemeinden, diese im Leitungsgremium vom neu gegründeten Gemeindeverband vertreten sollten. Ein damals für die Urstammchristen völlig neuer Gedanke, hatten doch die Mangyanen Stämme früher kaum Kontakt untereinander. Und doch gab es nur wirklich eine Zukunft für die jetzt 120 Urstamm Gemeinden, wenn diese auch untereinander und auf nationaler Ebene verbunden waren, und als Gemeindeverband auch zentrale Aufgaben, wie eine Bibelschule, die Aussendung von Missionaren, landwirtschaftliche Schulung und verschiedenste andere Stammesübergreifende Aufgaben, übernehmen konnten.

Und nun bin ich zurück, 40 Jahre später, und kann nur staunend danken, was aus diesen ersten, schüchteren Anfängen der Zusammenarbeit damals, alles geworden und gewachsen ist. Während die damaligen Leiter erst später im Leben überhaupt Lesen und Schreiben gelernt hatten, stehen nun gut ausgebildete und auch im Glauben gegründete Söhne von ihnen, dem Gemeindeverband vor.

Es ist ja nie selbstverständlich, dass die Vitalität vom Glauben und Vertrauen in Gott, auch von Zweitgeneration Christen nachvollzogen und gelebt wird, und nun wurde ich Zeuge, wie ein Isaias Barugway und Andoy Layda, fähige Männer, die ich bestenfalls als kleine Jungen noch gekannt hatte, mit einem warmen Herz für Gott und die Menschen, dem Gemeindeverband vorstehen und diesen leiten. Und sie sind nur zwei von vielen treuen Männern und Frauen, die in Stammesübergreifenden Aufgaben Gott dienen. Da kann man nur Gott loben und preisen für seine Güte und Gnade. Es macht auch Mut Gott zu vertrauen, dass der Gemeindeverband, der in Teil-Bereichen der Arbeit zur Zeit noch die Begleitung und Unterstützung von Ernst und Sonja Diggelmann, ÜMG, hat, in die Zukunft hinein gut ganz auf eigenen Füssen stehen kann. Für mich war nicht zuletzt auch dieses Jubiläum, das von A-Z vom Gemeindeverband so vorbildlich und effizient organisiert und geleitet wurde, mir hätte das bei 1800 Leuten einiges an Kopfweh bereitet, ein Mut machendes Zeichen.

Bei aller Eigenständigkeit kam beim Jubiläum aber auch eine grosse Dankbarkeit allen ÜMG Missionaren gegenüber zum Ausdruck, die nicht nur das Evangelium zu jedem der sechs Mangyanen Stämme gebracht haben, sondern buchstäblich auch ihr Leben geteilt und unter ihnen gelebt haben. Für mich überraschend und mich berührend wurde mir am Schluss der Feierlichkeiten eine Anerkennungsurkunde überreicht, zusammen mit vier Liter Urwaldhonig, für meinen Beitrag, als ÜMG Leiter, damals vor 40 Jahren, im Gründen und Begleiten vom Gemeindeverband über die ersten Jahre.

Tief dankbar für alles, was durch Gottes Gnade über die Jahre entstehen durfte und weiter am Werden und Wachsen ist, bin ich von den Feierlichkeiten zurückgekehrt.

„Soli Deo Gloria“ Gott allein sei Ehre!

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