Japan: Die sprechende Tapete
Die sprechende Tapete
In Japan saß eine Oma mit ihrer Enkelin beim Tee. „Wir sollten das Zimmer neu tapezieren“, sagte die Oma, „damit der Wind nicht so durchpfeift. Aber woher nehme ich nur das Geld für die Tapete?“ „Vielleicht findest du eine billige auf dem Markt“, ermutigte sie die Enkelin, bevor sie in die Schule ging. Stolz blickte ihr die Oma nach. Sie war so ein feines Mädchen. Ob es wohl richtig war, sie zu den „fremden Teufeln“ (Missionaren) in die Schule zu schicken? Zumindest hatte sie ihr verboten, das Buch der Fremden mit nach Hause zu bringen.
Die Oma machte sich auf den Weg zum Markt. Aber tatsächlich, alle Tapeten waren viel zu teuer für sie. Verstimmt machte sie sich auf den Rückweg. Aber was war das? In einem Vorgarten sah sie ein kleines Kästchen stehen. In dem Kästchen waren einzelne Papierbogen mit wunderschönen Schriftzeichen beschrieben. Leider konnte sie nicht lesen, aber „die eignen sich ideal als meine Tapete“, dachte sie und packte das Kästchen schnell ein.
Zu Hause begann sie fröhlich ihr Zimmer mit den Papierbögen zu tapezieren. Als die Enkelin nach Hause kam, bat die Oma sie ihr zu helfen. Dabei bemerkte das Mädchen, dass die Oma Seiten der Bibel als Tapete verwendete. Ihr Herz sprang vor Freude, aber sie behielt das Geheimnis für sich. Nach getaner Arbeit saßen die beiden wieder zusammen beim Tee. Die Oma freute sich riesig über ihre neue Tapete. Die Enkelin auch, doch wie konnte sie der Oma etwas von der Botschaft sagen, die die Tapete trug? Plötzlich kam ihr die Idee. „Oma, deine Tapete spricht zu mir!“ „Das ist doch Blödsinn! Was spricht sie denn?“. Daraufhin begann die Enkelin aus der Tapete vorzulesen.
Die Oma war fasziniert von den Geschichten ihrer Tapete und wollte jeden Tag beim Teetrinken wieder hören, was die Tapete zu sagen hatte. Sie hörte von der Erlösung in Christus und der Liebe Gottes zu ihr persönlich. Doch waren diese Geschichten wahr? Sie ging zum Priester und fragte ihn! Wütend warf er sie zum Haus hinaus und schrie: „Du hast dir das Buch der fremden Teufel an die Wand geklebt!“. Verwirrt ging die Oma zu dem Haus an dem sie das Kästchen gefunden hatte. Dort bestätigte ihr eine Missionarin, dass das Wort wahr sei. Spontan begann die alte Frau zu beten und Gott für ihre Erlösung zu danken!
Zurück bei sich Zu Hause begrüßte sie freudig ihre Enkelin und sagte: „Die Geschichten meiner Tapete sind wahr!!! Wir wollen alle Nachbarn einladen und die Tapete auch zu ihnen sprechen lassen.“ Viele Nachbarn kamen und manche immer wieder, weil auch sie froh wurden durch das, was die sprechende Tapete zu sagen hatte.
