Buddhismus
Der Buddhimus gehört zu den vorherrschenden Religionen in Asien. Dabei gibt es ganz verschiedene Ausprägungen, vom Theravada-Buddhismus in Thailand, Myanmar und Kambodscha bis hin zum Zen-Buddhimus in Japan. Gemeinsam ist den verschiedenen Prägungen, dass die Existenz in der Welt mit Leiden verbunden ist und das Ziel das Nirvana, das Ende des Leiden, ist.
Geschichte und Entstehung
Der Buddhismus wurde im sechsten Jahrhundert v.Chr. von Siddhartha Gautama begründet, der später als Buddha (der Erleuchtete) bekannt wurde. Er wurde etwa 560 v.Chr. im Nordosten Indiens (heutiges Nepal) geboren. Der Hinduismus war in Indien zu dieser Zeit schon seit 1000 Jahren etabliert.
Als Sohn eines Raja (König) wuchs Gautama in einer wohlhabenden Umgebung auf. Die Tradition berichtet, sein Vater habe eine Prophezeihung erhalten: Gautama würde entweder ein großer Herrscher oder ein heimatloser Wanderer werden. Um Letzteres zu verhindern, schirmte ihn sein Vater vor allen Einflüssen außerhalb des Palastes ab. So erhielt Gautama eine gute Bildung und hatte eine privilegierte Stellung inne. Aber eines Tages verließ er den Palast und sah vier leidende Menschen: einen alten, einen kranken, einen toten und einen Asketen. Das erschütterte ihn zutiefst und er verließ seine Familie, um eine Antwort auf das Leiden zu finden.
Zuerst versuchte er, durch traditionelle hinduistische Methoden (z.B. Yoga) zu dieser Erkenntnis zu gelangen. Dann reiste er in den Norden Indiens und führte sechs Jahre lang ein äußerst asketisches Leben. Als er erkannte, dass daraus nicht die Freiheit von Leiden erwuchs, wandte er sich der Meditation zu. In der Nähe der Stadt Bodh Gaya setzte er sich unter einen Feigenbaum und fasste den Entschluss, nicht eher fortzugehen, bis er die Erleuchtung (die höchste Erkenntnis) erlangt habe. Nach einiger Zeit erreichte er die Erleuchtung und wurde der Buddha.
Die Erleuchtung bestand aus drei Stufen: zuerst sah er seine früheren Leben an sich vorüber ziehen; danach erkannte er den Kreislauf des Lebens – Geburt, Tod, Wiedergeburt (Reinkarnation) – und das Gesetz, das diesen Kreislauf regiert; und schließlich wurden ihm “vier edle Wahrheiten” gezeigt: Alles ist Leiden; der Ursprung des Leidens ist das Begehren; die Befreiung vom Leiden besteht in der Auslöschung des Begehrens; der achtfache Pfad zur Befreiung vom Leiden.
Obwohl Buddha daran zweifelte, dass die Menschen für seine neue Lehre bereit seien, begann er zu predigen und Jünger um sich zu scharen. Er nannte seinen Weg zur Erkenntnis den mittleren Weg, weil er die beiden Extreme des Wohlstands und des Asketentums vermied.
Der Buddhismus ist aus dem Hinduismus erwachsen. Gautama beschäftigte sich mit Fragen des Wohlstands und des Leidens und suchte nach Freiheit und Wahrheit. Der Buddhismus übernahm also einige hinduistische Vorstellungen (z.B. Reinkarnation, die Lehre vom Karma), andere wiederum lehnte er ab. Später wurden weitere Lehren und Vorstellungen aufgenommen, die nicht Teil von Buddhas ursprünglichen Lehren waren. Manche davon gründen sich auf hinduistischen Traditionen.
Verbreitung
Der Buddhismus breitete sich in viele Teile Asiens aus, vor allem in den Osten, Südosten und nach Zentralasien. Später wurden einige dieser Gebiete vom Islam erobert.
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Land |
Bevölkerung (in Mio.) |
% Buddhisten |
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China |
1331 |
13 |
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Japan |
126 |
70 |
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Kambodscha |
15 |
83 |
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Laos |
6 |
57 |
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Macao |
0,5 |
17 |
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Mongolei |
3 |
35 |
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Myanmar |
50 |
80 |
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Taiwan |
24 |
29 |
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Thailand |
68 |
85 |
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Vietnam |
89 |
52 |
Lehren
Die vier edlen Wahrheiten
· Die erste: Leiden ist eine allgemeingültige menschliche Erfahrung. Was wir an geistigem, seelischem und körperlichem Leiden erfahren, ist das Ergebnis unseres früheren Karmas.
· Die zweite: Die Ursache des Leidens ist unser Begehren nach vergänglichen Dingen. Wir nehmen Menschen und Dinge zu wichtig und können uns letztlich doch nicht auf sie verlassen.
· Die dritte: Man kann vom Leiden befreit werden wenn man aufhört das Vergängliche zu begehren.
· Die vierte: Durch den achtfachen Pfad können wir von unserem Begehren loskommen.
Der achtfache Pfad
Weisheit/Denken
1. Die rechte Anschauung (die vier edlen Wahrheiten annehmen
2. Die rechte Gesinnung/Einstellung (den Sinnesgenüssen absagen)
Ethisches Verhalten/Moral
3. Rechtes Reden (z.B. nicht lügen, verleumden)
4. Rechtes Handeln (z.B. niemandem Leid antun)
5. Rechtes Leben (z.B. den Lebensunterhalt redlich verdienen)
Geistige Disziplin
6. Rechtes Streben (böse Eigenschaften durch gute ersetzen)
7. Rechte Besinnung (wachsam und nachdenklich sein)
8. Rechte Konzentration/Meditation (vier Stufen der Meditation, Ekel an materiellen Dingen)
Es ist schwer, den achtfachen Pfad einzuhalten; man braucht dazu Entschlossenheit und Hingabe.
Nirwana: das Ziel
Das Nirwana ist nicht ein buddhistischer Himmel, es bedeutet auch nicht die Selbstauflösung, sondern es ist das Ende des Leidens. Das Wort Nirwana stammt von einem Verb, das “ausblasen”, “auslöschen” bedeutet. Buddha beschrieb das Nirwana als etwas, das ganz anders ist als die Erde oder irgend etwas darin. Es ist auch nicht ein bestimmtes Bewusstsein oder das Nichts, auch nicht die Sonne oder der Mond, sondern man könnte es als ein verändertes Bewusstsein beschreiben. Dies ist jedoch nicht mit der christlichen Vorstellung von der Seele vergleichbar, denn Buddha glaubte nicht, dass eine innere Person existierte. Das Nirwana kann teilweise schon vor dem Tod erfahren werden, und zwar durch Meditation.
Unterschiede zwischen Buddhismus und Christentum
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Buddhismus |
Christentum |
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Gott |
Buddha leugnet die Existenz übernatürlicher Wesen. |
Ein persönlicher, liebender Schöpfergott existiert außerhalb seiner Schöpfung. |
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Mensch |
Der Mensch hat weder eine Seele noch einen personalen Charakter. Leben bedeutet Leiden und ist bedeutungslos. |
Der Mensch ist nach dem Ebenbild Gottes erschaffen, besteht aus Geist, Seele und Leib. Sein Leben besitzt Wert und Würde. |
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Sünde |
Das eiserne Gesetz des Karma beschreibt den Zusammenhang von Ursache und Wirkung: Tue Gutes und dir wird Gutes erfahren, tu Böses und dir wird Böses widerfahren. Die Summe guten oder schlechten Karmas bestimmt die nächste Wiedergeburt (Reinkarnation). |
Sünde ist Rebellion gegenüber Gott und eigensüchtiges Verhalten, das sich direkt gegen Gott richtet. Dadurch dass Jesus die Strafe für vom Menschen begangene Sünde trug, setzt er das Gesetz von Ursache und Wirkung außer Kraft. |
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Erlösung |
Jeder Mensch muss sich selber retten. Buddha selber sah sich nie als Erlöser an. „Ein Mensch kann sich auf niemand verlassen als auf sich selbst“. |
Gott zeigt seine Gnade, indem Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Der Weg zur Erlösung sind nicht Moral, Ethik und gute Werke, sondern Glaube an Jesus Christus. |
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Leben oder Tod? |
Das Ziel des Buddhisten ist der Ausbruch aus dem Kreis der Wiedergeburt und das Erlöschen der Persönlichkeit. |
Das Ziel des Christen ist Vergebung der Sünden, Gemeinschaft mit Gott durch den Heiligen Geist und nach dem Tod ewiges Leben im Himmel. |
Richtungen des Buddhismus
Zu Beginn des dritten Jahrhunderts v.Chr. gab es innerhalb des Buddhismus, hauptsächlich wegen der Frage der Erleuchtung, eine Spaltung in zwei Richtungen: Theravada und Mahayana.
Theravada (Lehre der Alten)
Die Anhänger des Theravada glauben, dass nur wenige treue Gläubige die Erleuchtung erreichen können. Der Einzelne bemüht sich alleine um die Erleuchtung.
Mahayana (Großes Fahrzeug)
Mahayana ist das “große Fahrzeug”, weil es darin Platz für alle gibt – Erlösung oder Erleuchtung ist für alle Menschen möglich.
Vajrayana (Diamantenes Fahrzeug)
Vajrayana ist dem Mahayana ähnlich, aber es beinhaltet zusätzlich mystische und okkulte Elemente aus dem Tantrismus, einer alten indischen Tradition. Im Vajrayana gibt es Mantren (heilige Silben werden ständig wiederholt), Mudras (bestimmte Körperhaltungen) und Mandalas (Meditationsfiguren). Er entstand im ersten Jahrhundert n.Chr. in Indien und breitete sich dann nach Nepal, Tibet, China und Japan aus.
Lamaismus
Lamaismus ist die Form des Buddhismus in Tibet. Das Wort Lama wurde ursprünglich für einen hohen geistlichen Führer gebraucht, später bezeichnete es einen Mönch. Der Lamaismus entstand am Ende des siebten Jahrhunderts n.Chr. aus Elementen des Vajrayana und der alten tibetanischen Bon-Religion.
Zen
Der Zen-Buddhismus entwickelte sich ursprünglich aus dem Mahayana und wurde in China im 6.Jh. n.Chr. eingeführt. Von dort breitete er sich im 12.Jh. nach Japan aus. Hier geht es weniger um die Lehren, sondern mehr um die Meditation, durch die man glaubt, die Erleuchtung zu erreichen. Zen hat die Gesellschaft, Kultur und Gebräuche Japans entscheidend geprägt.
Volksbuddhismus
In vielen Teilen Ostasiens, vor allem in ländlichen Gebieten, ist dies die beherrschende Form des Buddhismus. Hier werden Elemente des Buddhismus mit örtlichen, vor allem animistischen, Religionen vermischt. So entsteht eine Lebensanschauung, die auf Geisterglaube beruht, und ein Lebensstil, der Rituale und Aberglaube beinhaltet.
Weitere Punkte
- Es ist für Buddhisten kein Problem, sich zu mehr als einem Glauben zu bekennen.
- Durch das Menschen- und Gottesbild ist es einem Buddhisten fremd, an einen persönlichen Gott zu glauben.
- Buddhisten in Ostasien praktizieren zum größten Teil eine Mischung von Buddhismus, Animismus und Ahnenverehrung.
- Buddhisten verstehen Jesus nur als geistlichen Meister, ähnlich wie Buddha.
- Die meisten Buddhisten haben das Evangelium entweder noch nie gehört oder es nicht verstanden.
Beten Sie für:
- Das christliche Zeugnis in Ländern mit eingeschränkter Religionsfreiheit, wie China, Laos, Myanmar, Vietnam
- Christen in buddhistischer Umgebung
- Tibetanische Christen außerhalb Tibets. Sie können wegen der politischen Lage nicht zurückkehren und das Evangelium verkündigen
- Christliche Radiosendungen und Radiostationen, die in buddhistische Gebiete senden
- Buddhisten, die ihren Glauben in Frage stellen oder enttäuscht sind
