Myanmar

Myanmar (früher: Burma) hat sich selber von der Außenwelt abgeschottet. Reich an natürlichen Ressourcen, ist das Land infolge innenpolitischer Machtkämpfe und Misswirtschaft verarmt.

Bevölkerung

  • Gesamtbevölkerung: 48,1 Millionen (Deutschland: 82 Mio.; Schweiz: 7,6 Mio.)
  • Bevölkerungsdichte: 70 pro km² (Deutschland: 231, Schweiz: 181)

Mehr als 2/3 sind Burmesen (auch ‘Bamar’ genannt). Zusätzlich bevölkern über 150 ethnische Minoritäten mit eigenen Sprachen und Kulturen das Land. Zu diesen Gruppen gehören die Shan, Karen, Chin, Kachin und Mon. Die Mehrzahl der Bevölkerung lebt auf dem Lande. Die Tendenz zur Verstädterung nimmt zu. In Yangon leben mittlerweile 6 Mio. Menschen.

Religion

  • Buddhisten: 82,9%
  • Christen: 8,7%
  • Muslime: 3,8%
  • Chinesische Religionen: 3%
  • Animisten: 0,8%
  • Hindus: 0,5%
  • Nichtreligiöse/Andere: 0,3%

Obwohl der Buddhismus keine Staatsreligion mehr ist, beeinflusst er die Politik und das öffentliche Leben stark. Offiziell herrscht Religionsfreiheit, aber wer Christ wird, muss mit Schwierigkeiten und Einschränkungen rechnen.

Sprache

Burmesisch, die offizielle Sprache, ist einsilbig, hat aber mehrere Töne. Das burmesische Alphabet basiert auf Sanskrit und Pali, den heiligen Sprachen des Buddhismus. In den verschiedenen ethnischen Gruppen werden etwa 150 andere Sprachen und noch mehr Dialekte gesprochen.

Geographie

myanmar

Das Land ist von den Riesen China und Indien eingekeilt. Im Norden wird Myanmar von Bergen (bis zu 5800 m) und im Zentralland von der fruchtbaren Ebene des Irrawaddy-Flusses bestimmt. Die Westküste bietet viele natürliche Häfen. Die Fläche beträgt 677.000 km² (Deutschland: 357.000 km² , Schweiz: 41.290 km² ).

Klima

In Myanmar herrscht tropisches Klima. Die heiße Jahreszeit erstreckt sich von März bis Juni, die Regenzeit von Juli bis Oktober und die kühle Zeit von November bis Februar. Die Temperaturen liegen in den meisten Landesteilen zwischen 15-38°C , sind aber in den Bergen meist niedriger. Praktisch der gesamte Jahresniederschlag fällt zwischen Mitte Mai und Oktober.

Geschichte

Die Geschichte Burmas wurde durch Einwanderer bestimmt, die von Tibet und China den Irrawaddy hinunterzogen.
Die Burmesen siedelten sich in der Mitte des 9. Jahrhundert im Irrawaddy-Tal an und absorbierten dabei die nahe wohnenden Pyu und Mon. Später kamen die Shan und die Kachin.
Der erste vereinigte burmesische Staat wurde von König Anawrahta (1044-1077) in Pagan im oberen Burma gegründet. Während 250 Jahren relativen Friedens bauten die frommen Herrscher die vielen Pagoden, für die Pagan heute berühmt ist. Der Fall Pagans an die Mongolen unter Kublai Khan im Jahre 1287 war der Anfang einer turbulenten Zeit. Eine Dynastie nach der anderen kämpfte um die Vorherrschaft.
Portugiesische Händler kamen im 16. Jahrhundert. Von da an beeinflussten westliche Mächte Politik und Handel des Landes wesentlich. Die Herrschaft der Briten von 1824 an förderte die Produktion von Reis und Holz, provozierte aber auch Abneigung gegen die Kolonialmacht.
In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts begann eine nationalistische Bewegung. Sie forderte sofortige Reformen, die Trennung von Indien und später die völlige Unabhängigkeit.
Nach der japanischen Besatzung während des 2. Weltkrieges führten Aung San und andere Studentenführer das Land 1948 in die Unabhängigkeit. Dieser Übergang ging allerdings nicht glatt. Politische und ethnische Aufstände folgten während der nächsten drei Jahrzehnte. Ende der 50er Jahre zügelte die Regierung separatistische Tendenzen in den östlichen Shan-Provinzen. Während der 60er und 70er Jahre versuchte General Ne Win eine effektive, totalitäre Regierung aufzubauen und vom Rest der Welt unabhängig zu bleiben. Doch führte er das Land in eine wirtschaftliche Krise und zunehmende Isolation.
Regierungsfeindliche Ausschreitungen im März und Juni 1988 brachten Ne Win dazu, im Juli sein Amt als Parteivorsitzender abzugeben, wodurch eine Zeit der politischen Unsicherheit eingeleitet wurde. Dennoch verlor er nie völlig die Kontrolle. Die neue Regierung, der „Rat zur Wiederherstellung von Recht und Ordnung“, war letztlich ihm gegenüber verantwortlich. Im Juni 1989 wurde der Name des Landes offiziell in „Union von Myanmar“ und der Name der Hauptstadt von Rangun in Yangon geändert.
Aung San Suu Kyi, Tochter des Unabhängigkeitskämpfers Aung San, tauchte als neue Oppositionsführerin auf. Bei Wahlen im Mai 1990 errang sie einen überwältigenden Sieg, aber der „Rat zur Wiederherstellung von Recht und Ordnung“ verweigerte der Volksvertretung, sich zu versammeln.
Im Oktober 1991 wurde Aung San Suu Kyi der Friedensnobelpreis verliehen. Bis zum Oktober 2005 hatte sie insgesamt mehr als 10 Jahre in Hausarrest verbracht. Dieser wurde im August 2009 um weitere 18 Monate verlängert.
Im November 2005 wurde die Hauptstadt aus unbekannten Gründen von Rangun nach Kyappyay im Landesinneren verlegt.
Heute ist General Thai Shwe Vorsitzender der Junta Regierung und konnte bis jetzt trotz wachsender Unzufriedenheit und Massenproteste (Mönchsaufstand im September 2007) seine Position halten.
Im Mai 2008 wurden Teile des Landes durch den Tropensturm Nargis verwüstet. Nach Regierungsangaben starben 80.000 Menschen, über 50.000 wurden verletzt. Trotz dieser humanitären Katastrophe verweigerte die Regierung Hilfsorganisationen Zugang zu den Krisengebieten und beschlagnahmte Hilfsgüter.
Myanmar ist trotz beträchtlichen natürlichen Reichtums eines der ärmsten Länder der Erde. Es hat eine der höchsten Aids-Ausbreitungsraten weltweit. 7% der Kinder sterben vor ihrem fünften Geburtstag.

Das Christentum in Myanmar

Das Christentum in Myanmar geht auf Adoniram Judson, einen amerikanischen Baptisten-Missionar im 19. Jahrhundert, zurück. Seitdem ist das Christentum fest verwurzelt und durch Widerstand gewachsen.
1966 mussten alle Missionare das Land verlassen. Dennoch sandte die christliche Gemeinde Myanmars Missionare aus, und das trotz finanzieller Begrenzungen und Isolation. Baptisten, Assemblies of God, Methodisten und Anglikaner sind die stärksten Denominationen im Land.
Die meisten Christen gehören zu ethnischen Minderheiten (Karen, Lisu, Kachin, Lahu); nur 0,1% der Bamar sind Christen. Obwohl viele Christen eine gute Ausbildung haben, bekommen sie keinen Zugang zu Leitungsämtern in der Gesellschaft.
Ethnische und denominationelle Bindungen sind sehr stark. Die christliche Einheit muss diese Bindungen noch überwinden und Brücken zwischen den Gruppen bauen.

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