Mongolei

Der als die „Äußere Mongolei” bekannte Staat (Name vor 1911) bemüht sich, seine eigene Identität zu finden. Einst lag die Hauptstadt von Dschingis Khans Großreich in den Steppen der Mongolei, doch darauf folgte eine 400-jährige Abhängigkeit von China. Erst 1911 gelang es diesem Land, sich von China loszulösen, nur um 1921 mit Hilfe von Russland zum zweiten sozialistischen Staat der Welt zu werden. Mittlerweile politisch unabhängig von Russland und China, stellen sich dem Land heute zahlreiche Herausforderungen.

Bevölkerung

  • Gesamtbevölkerung: 2,73 Millionen (Deutschland: 82 Mio.; Schweiz: 7,6 Mio.)
  • Jährliches Bevölkerungswachstum: 1,5%
  • Bevölkerungsdichte: 1,7 Einwohner pro km2 (Deutschland: 231, Schweiz: 181)
  • Verstädterung: 57% (in der Hauptstadt Ulan-Bator leben 1,2 Mio. Menschen); etwa 40% der Bevölkerung ist jünger als 20 Jahre.
  • 94% ethnische Mongolen, 5% Kasachen, 1% andere

Vor allem im Westen des Landes (Bajan-Ölgii-Aimag und Khovd-Aimag) leben Minderheiten aus verschiedenen Turkvölkern, wie Kasachen und Hoton. Zugewanderte Russen und Chinesen leben vorwiegend in den Städten und arbeiten als Fachkräfte im Berg-, Straßen- und Häuserbau.

Religion

  • Schamanen/Buddhisten: 53,7%
  • Nichtreligiöse/Andere: 41,6%
  • Muslime: 4%
  • Christen: ca. 1,8% (Schätzung für 2009)

Die meisten der als Minderheiten in der Mongolei lebenden Turkvölker, die etwa 5% der Bevölkerung ausmachen, sind Anhänger des Islam. In den vergangenen Jahren nahm die Zahl christlicher Gemeinden zu. Auch die katholische Kirche ist in der Mongolei offiziell anerkannt.

Sprache

Die Amtssprache ist Mongolisch.
Während die älteren Mongolen während des Sozialismus noch Russisch lernten, wird im 21. Jahrhundert an den Schulen statt dessen Englisch als offizielle erste Fremdsprache gelehrt.
Die Alphabetisierungsrate unter Erwachsenen übersteigt 98%. Die mongolische Sprache wird in der Mongolei heute in einem geringfügig erweiterten kyrillischen Alphabet geschrieben. Die ursprünglich dem Uigurischen entstammende traditionelle mongolische Schrift wird senkrecht von oben nach unten geschrieben und ist in der Inneren Mongolei noch in Gebrauch.

Geographie

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Die Landesfläche beträgt 1,565 Millionen km² (4,3-mal die Fläche Deutschlands, 37-mal die Fläche der Schweiz).

Der zentralasiatische Staat liegt zwischen Russland (Sibirien) und China (Staatsgrenze mit Russland: 3.485km; mit China 4.677 km).
Der Norden und Westen sind bergig, im Süden erstreckt sich die unfruchtbare Wüste Gobi, in der Mitte findet sich Steppe mit weiten hügeligen Grasflächen.

Klima

Aufgrund des trockenen, ausgeprägten Kontinentalklimas schwanken die Temperaturen im Laufe des Jahres zwischen -25°C im Winter und +20°C im Sommer. Der Jahresniederschlag erreicht 400 mm im Norden und weniger als 100 mm im Süden der Wüste Gobi. Im Jahresmittel fallen 80 bis 90% der Niederschläge von Mai bis September.

Geschichte

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Die Mongolen errichteten im 13. Jahrhundert unter Dschingis Khan und seinen Nachfolgern das größte zusammenhängende Weltreich. Dies erstreckte sich von Europa bis nach Korea und Indien.

Nach dem Zerfall dieses Reiches gerieten die verfeindeten mongolischen Stämme unter die Herrschaft der chinesischen Ming Dynastie. Erst 1911 konnte die Mongolei, die damals als „Provinz Äußere Mongolei“ bekannt war, sich von diesem Joch lösen.
Die Innere Mongolei blieb unter der Herrschaft der Chinesen und ist heute eine autonome Provinz innerhalb von China.
Die Unabhängigkeit der Mongolen wurde bis 1945 von den Russen garantiert, erst dann anerkannte die Völkergemeinschaft die Mongolei als unabhängigen Staat.
Von 1921 bis 1990 war die Mongolei dem Sozialismus verschrieben. Eine friedliche Revolution führte 1990 den Sturz der Regierung und zu den ersten freien Wahlen in 1992.
Seither hält die Mongolei unbeirrt an der Demokratie und einer liberalen Wirtschaftspolitik fest. Die Staatsform ist eine parlamentarische Republik, der Präsident wird vom Volk gewählt.

Das Christentum in der Mongolei

Die ursprüngliche Glaubensform der zentralasiatischen Steppenbewohner war der Tengrismus, eine Form des Schamanismus. Schon im 6. Jahrhundert erreichte das Christentum die Mongolei durch die Nestorianer.
Aus dem 13. Jahrhundert, der Zeit von Dschingis Khan, ist bekannt, dass viele Adlige Anhänger des Christentums waren.
Im 16. Jahrhundert etablierte sich in der Mongolei die tibetische Form des Buddhismus (Vajrayana, vermischt mit Schamanismus). Der Herrscher Altan Khan verlieh 1578 zum ersten Mal den Titel Dalai Lama an Sonam Gyatso (Dalai Lama III; seine zwei Vorgänger wurden posthum ernannt). Seither ist die vorherrschende Religion in der Mongolei der Lamaismus, insbesondere dessen tibetische Linie Gelugpa, aus der auch der derzeitige 14. Dalai Lama, Tendzin Gyatsho, stammt.
Einen starken Einbruch gab es in der Zeit des Sozialismus unter sowjetischer Dominanz, als viele Klöster und Tempel zerstört wurden und tausende von Lamas ermordet oder verbannt wurden. Nach der Demokratisierung 1991 lebte die Ausübung der Religion aber wieder stark auf. Die Mehrheit der Mongolen bezeichnen sich heute als Tibetische Buddhisten.
Im 19. und Anfang 20. Jahrhundert gab es verschiedene missionarische Arbeiten in der Mongolei. So wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Bibel auf Mongolisch übersetzt. Unter anderem versuchten auch die China-Inland-Mission (heute ÜMG) und andere Missionswerke, das christliche Zeugnis den Mongolen zu bringen, doch ohne sichtbaren Erfolg. Nach der Machtübernahme der Kommunisten 1921 kam jegliche Missionsarbeit zum Stillstand.

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1990 kannte man in der Mongolei nur vier Gläubige. Das Land öffnete sich Ende 1990. Zur gleichen Zeit erschien das Neue Testament in Mongolisch. Im Jahre 2000 wurde die ganze Heilige Schrift von der Mongolian Union Bible Society (MUBS) veröffentlicht. Die Kirche der Mongolei erlebte eine Neugeburt. Im Jahre 2010 gibt es schätzungsweise 50.000 Christen, die sich in über 400 Gemeinden oder informellen Kreisen über das ganze Land verstreut treffen.

Verständlicherweise existiert ein dringender Bedarf an ausgebildeten Gemeindeleitern, Pfarrern und Lehrern. Die junge Kirche braucht eine feste biblische Grundlage. Auch gibt es in diesem weiten Land noch viele Unerreichte. Mit dem wachsenden Nationalismus in der Mongolei lebt auch der lamaistische Buddhismus wieder auf. Obwohl in der Verfassung Religionsfreiheit zugesichert ist, wollen einige führende Politiker dem Buddhismus eine Vorrangstellung einräumen. Doch entsprechend der neuen Gesetzgebung sind viele der Kirchen in Ulan-Bator offiziell bei der Regierung registriert.
Die ÜMG arbeitet in der Mongolei mit anderen christlichen Organisationen zusammen unter einer Dachvereinigung, genannt „JCS International”. JCS setzt sich für eine ganzheitliche Missionsarbeit ein und unterstützt einheimische Missionsbewegungen, um Mongolen in die umliegenden Länder zu senden, in denen einst Dschingis Khan herrschte.

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