Malaysia

Malaysia entwickelt sich mit rasanter Geschwindigkeit. Es ist ein einflussreiches, modernes Land, das sich der Welt als ein erfolgreiches muslimisches Land präsentiert. Die bunte ethnische Mischung Malaysias hat nicht nur ein vielfältiges kulturelles Erbe zur Folge, sondern führt auch in verschiedenen Bereichen immer wieder zu Spannungen.

Bevölkerung

  • Gesamtbevölkerung: 28.310.000 (Deutschland: 82 Mio.; Schweiz: 7,6 Mio.)
  • Bevölkerungsdichte: 85,5 pro km2 (Deutschland: 231,Schweiz: 181)
  • Die Bevölkerung Malaysias besteht aus 61% Malaien und einheimische Volksgruppen, 25% chinesischstämmige Malaysier, 7% indischstämmige Malaysier

Religion

  • Muslime 60%
  • Buddhisten & chinesische Religionen 22%
  • Christen 9%
  • Hindus 6%

Islam ist Staatsreligion, aber die Verfassung garantiert Religionsfreiheit für die anderen Religionen. Alle ethnischen Malaien sind nach der Verfassung von Geburt an Muslime. Es ist illegal, Muslime zu evangelisieren. Chinesen sind meist Buddhisten oder Anhänger chinesischer Religionen, Inder sind überwiegend Hindus. Fast 50% aller Ureinwohner Ostmalaysias, ca. 10% der Chinesen und ca. 8% der Inder sind Christen.

Sprache

Die offizielle Amtssprache ist malaiisch ("Bahasa Melayu"), aber Englisch ist weit verbreitet. Daneben spielen chinesische und indische Sprachen in den jeweiligen ethnischen Gruppen eine wichtige Rolle.

Geografie

malaysia

Es gibt zwei deutlich unterscheidbare Teile Malaysias: Westmalaysia auf der malaiischen Halbinsel, wo ca. 80% der Bevölkerung leben, und Ostmalaysia im nördlichen Drittel der Insel Borneo. Ost- und Westmalaysia sind durch 640 km offene See voneinander getrennt und umfassen zusammen eine Fläche von 330.434 km2 (Deutschland: 357.000 km2, Schweiz: 41.290 km2). Etwa 68% des Landes sind Waldflächen.

Klima

Es herrscht ein feuchtheisses Tropenklima ohne deutliche jahreszeitliche Schwankungen, Durchschnittstemperatur 27°C, (maximal: 35°C, minimal: 21°C); die Luftfeuchtigkeit liegt meist über 80%.

Geschichte

Über die frühe Geschichte Malaysias ist nicht viel bekannt. Bis zum 15. Jahrhundert war es in eine Anzahl kleinerer unabhängiger Königreiche geteilt, wurde dann aber unter einem geflüchteten Prinzen zu einem grossen Königreich und Handelszentrum. Beeinflusst durch muslimische Händler bekehrte sich der Prinz zum Islam. Danach wurde die Hafenstadt Malakka zu einem Zentrum der Förderung und Verbreitung des Islam. 1511 wurde Malakka von Portugal erobert und wegen seiner günstigen geografischen Lage 1641 von den Holländern eingenommen. Schliesslich brachten die Briten aus politischen und wirtschaftlichen Gründen Penang (1786), Singapur (1819) und Malakka (1824) unter ihre Kontrolle. Sie holten Chinesen und Inder für den Bergbau ins Land, die dann mit den einheimischen Malaien in territoriale Streitigkeiten gerieten.
Zu dieser Zeit war Ostmalaysia grösstenteils von dem machtvollen muslimischen Staat Brunei beherrscht. Durch Geschenke, Landbewilligungen und Handel kam das Gebiet 1888 unter britische Schutzherrschaft. Während des 2. Weltkriegs besetzten die Japaner das Gebiet. Nach Kriegsende erwachte das Bestreben nach Unabhängigkeit von Grossbritannien. Westmalaysia wurde am 31. August 1957 unabhängig, aber erst seit 1965 besteht Malaysia in seiner jetzigen Form. Heute ist Malaysia ein Zusammenschluss von 13 Staaten mit in Erbfolge stehenden Sultanen, von denen einer im Turnus zum Monarchen gewählt wird. Seit der Unabhängigkeit ist Malaysia eine parlamentarische Demokratie mit einem Premierminister als Regierungschef.
Malaien werden durch die Regierung systematisch gefördert und im öffentlichen Dienst bevorzugt eingestellt. Das führt zu Spannungen zwischen Malaien und Chinesen.
Malaysia gilt ökonomisch als eines der stabilsten Länder Südostasiens. Es exportiert vor allem elektronische Komponenten, Palm- und Erdöl. Bis zum Jahr 2020 möchte es den Entwicklungsstand der Industrienationen erreicht haben.

Das Christentum in Malaysia

1545 landete Francis Xavier in Malaysia, und Robert Morrison begann 1813 seine Arbeit in Malakka Dort wurde später auch seine chinesische Übersetzung des Neuen Testamentes gedruckt. Im 19. Jahrhundert wurden weitere Gemeinden für britische Siedler und Regierungsbeamte gegründet. Aber aufgrund eines Einvernehmens zwischen der britischen Regierung und dem Sultan war evangelistische Arbeit unter Muslimen nicht erlaubt. Währenddessen arbeiteten Anglikaner und Methodisten unter den animistischen Urstämmen Ostmalaysias. 1928 wurde zu diesem Zweck die „Borneo Evangelical Mission“ (BEM) gegründet. Von Zeit zu Zeit wurden Missionare der ÜMG an die BEM ausgeliehen, bis sich die beiden Missionen 1975 zusammenschlossen.
Nach der kommunistischen Machtübernahme in China begannen zahlreiche ehemalige Chinamissionare eine Arbeit in Malaysia. Von 1952 bis in die späten 70er Jahre, als die Regierung ihre Einreisepolitik gegenüber Missionaren änderte, war auch die ÜMG dort tätig. Der Abzug ausländischer Missionen zwang die malaysischen Christen (überwiegend Chinesen und Inder), auf eigenen Füssen zu stehen.
In Ostmalaysia wuchs die Kirche unter den einheimischen Völkern beträchtlich. Die BEM/ÜMG hinterliessen Bibelübersetzungen in die örtlichen Sprachen. Die Evangelikale Kirche Borneos (SIB) ist heute eine der grössten Denominationen in Malaysia.
Aus den verschiedenen zahlreichen Gemeinden erfährt eine kontinuierlich wachsende Zahl von malaysischen Christen Gottes Ruf in ihrem eigenen Land zu evangelisieren, Gemeinden zu gründen und zu leiten sowie das Evangelium kulturübergreifend in Asien und weltweit zu verkündigen.

Prioritäten der ÜMG

Die ÜMG möchte Wachstum und Entwicklung der Kirche in Malaysia fördern. Sie unterstützt die Ausbildung theologischer Lehrkräfte, unterhält engen Kontakt zu Gemeindeleitern, sendet malaysische Christen in andere asiatische Länder und ermutigt die Einrichtung von Gebetsgruppen für Malaien weltweit.

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