Laos
Laos, offiziell „Laotische Demokratische Volksrepublik“, ist eines der ärmsten Länder der Welt. Verfolgung und der Mangel an reifen Gemeindeleitern hemmen die Ausbreitung des Evangeliums.
Bevölkerung
- Gesamtbevölkerung: 6.835.000 (Deutschland: 82 Mio.; Schweiz: 7,6 Mio.)
- Bevölkerungsdichte: 28 pro km² (Deutschland: 231; Schweiz: 181)
Laos ist ein Land mit einer Vielzahl unterschiedlicher Volksgruppen, die je nach Art der Klassifi zierung unterschiedlich gezählt und eingeteilt werden: Lao 55%, Khmu 11%, Hmong 8%, die restlichen 26% teilen sich mehr als 100 ethnische Volksgruppen.
Über 80% der Menschen leben in kleinen Dörfern und leben von der Landwirtschaft, vor allem vom Reisanbau.
41% der Bevölkerung sind unter 14 Jahre, nur 3% über 65 Jahre alt.
Religion
- Buddhisten: 60 bis 65%
- Animisten: 30 bis 35%
- Muslime: 1,0%
- Christen: 3,0% (ca. 200.000 protestantische und 15.000 katholische Christen)
Laotisches Leben und Kultur sind vom Theravada Buddhismus geprägt. Oft ist dieser aber nur ein dünner Anstrich über tiefsitzendem Animismus, der zusammen mit dem Ahnenkult vor allem in den Volksgruppen der Gebirgsregionen verbreitet ist. Viele Familien haben einen kleinen Altar in ihrem Haus. Vientiane und Luang Prabang sind als Städte der tausend Tempel bekannt.
Sprache
Die offizielle Sprache des Landes ist Laotisch, eine dem Thai verwandte Tonsprache. Als Muttersprache wird sie aber nur von etwa einem Viertel der Bevölkerung gesprochen. Durch die vielen verschiedenen Volksgruppen ist Laos ein Land mit einer sehr großen linguistischen Vielfalt. Die genaue Anzahl der unterscheidbaren Sprachen ist unbekannt und wird auf 70 bis 120 geschätzt.
Klima
Laos hat tropisches Klima mit Durchschnittstemperaturen von 29°C im April und 22°C im Januar. Regenzeit ist von Mai bis November.
Geographie
Laos ist der einzige Binnenstaat Südostasiens, umgeben von China, Vietnam, Thailand, Kambodscha und Myanmar. Der Mekong bildet auf einer Länge von etwa 1000 Kilometern die Grenze zu Thailand und Myanmar. Da 90% des Landes bergig sind, konzentriert sich das Leben auf das Gebiet um den fruchtbaren Mekong und seine Nebenarme. Die landwirtschaftliche Nutzfläche von Laos beträgt nur 4%.
Geschichte
Das heutige Laos hat seine Wurzeln im alten „Königreich der Millionen Elefanten“ (Lan Xang), das Mitte des 14.Jahrhunderts durch Fa Ngum gegründet wurde. Mehr als 300 Jahre lang bestand Lan Xang in Laos und bis hinein nach Kambodscha und Thailand, bis es im 18. Jh in drei rivalisierende Dynastien zerfiel und schließlich unter die Herrschaft Siams kam.
Während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen die Franzosen ins Land. Sie besetzten 1893 die wichtigsten Städte von Laos. 1904 kontrollierten sie das ganze Land.
1949 wurde Laos ein unabhängiger Staat innerhalb der Französischen Union. Doch verbanden sich Dissidenten mit den prokommunistischen Vietminh, die gegen die Franzosen in Vietnam kämpften. Sie drangen 1953 nach Laos ein und kontrollierten bald große Gebiete.
1954 beendete der Genfer Waffenstillstand diesen Krieg. Eine Koalitionsregierung wurde gebildet, und Laos trat 1955 den Vereinten Nationen bei. Die USA und die damalige UdSSR unterstützten verschiedene Fraktionen in der von Anfang an instabilen Regierung. Bürgerkriege wechselten mit provisorischen Regierungen, Spaltungen mit Koalitionen.
Nach den Siegen der Kommunisten in Kambodscha und Vietnam 1975 wurde die Laotische Demokratische Volksrepublik ausgerufen. Vietnamesische Truppen, die zur Stützung des Regimes in Laos blieben, wurden erst 1990 abgezogen.
1986 leitete Laos eine Öffnungs- und Reformpolitik ein, um einen allmählichen Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft zu realisieren. Beziehungen zum Ausland wurden gestärkt und die Gründung privater Unternehmen ermutigt. In den 1990er Jahren kam es so zu einem Anstieg des Wirtschaftswachstums von jährlich durchschnittlich 6%. 1997 wurde Laos Mitglied des Verbandes Südostasiatischer Nationen (ASEAN).
Trotz dieser Erfolge bleibt Laos ein Land mit großen Problemen im wirtschaftlichen, sozialen und gesundheitlichen Sektor. Es gibt es keinerlei soziale Absicherung von staatlicher Seite. Die Kindersterblichkeit im Land ist hoch, die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 55 Jahre. In vielen ländlichen Gebieten fehlen moderne Kanalisation, sauberes Wasser und Infrastruktur. Malaria, Durchfall und Parasiten-Krankheiten sind weit verbreitet und verlaufen nicht selten tödlich.
Das Christentum in Laos
Römisch-katholische Missionare kamen ab dem 17.Jahrhundert nach Laos. Protestantische Missionsarbeit begann Ende des 19. Jahrhundert. Die Hauptvolksgruppe der Lao lehnte das Evangelium ab, aber unter den Khmu, die von den Lao als Sklaven bezeichnet wurden, begann das Christentum Fuß zu fassen und sich auszubreiten. Heute sind etwa die Hälfte aller Christen in Laos vom Volk der Khmu. Der Rest verteilt sich auf Hmong, Bru, Lao und einige andere ethnische Gruppen. Die große Mehrheit der Gemeinden befindet sich in ländlichen Gebieten. Es soll nur drei städtische protestantische Kirchen geben.
Um 1930 wurde die Bibel erstmals ins Laotische übersetzt. Seit einigen Jahren gibt es auch eine neuere Übersetzung in heutigem Laotisch. Nur wenige der Stammesgruppen haben ein Evangelium in ihrer eigenen Sprache.
Verfolgung und Benachteiligung von Christen sind bis heute an der Tagesordnung. 1999 wurde in einem Gerichtsverfahren der Glaube an Jesus als Hochverrat bezeichnet und Christen wegen ihres Glaubens zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. 2006 hat die Regierung bestätigt, dass Christen immer noch eine Bedrohung für das Land sind.
